Im Rahmen des AP 08 sollten die Möglichkeiten der Energieoptimierung sowie die Auswirkungen auf das Raumklima durch den Einsatz von passiven bzw. aktiv wirksamen massiven Speichermassen im Vergleich zu anderen Bausystemen mit Hilfe virtueller Prototypen in einer Gebäudesimulation ausgelotet werden.
In den durchgeführten Simulationen an 108 verschiedenen Varianten eines Büroraumes wurde das energetische Potential massiver Baustoffe in Zusammenhang mit deren Speicherfähigkeit und den eingesetzten Energiesystemen, mit dem Augenmerk auf den Vergleich zwischen Massiv- und Leichtbau, analysiert. Die vorliegenden Ergebnisse weisen den Jahresenergiebedarf für Heizen und Kühlen jeder untersuchten Variante aus. Massive thermische Speichermassen in den Boden- und Deckenkonstruktionen wirken dämpfend auf Änderungen der Raumlufttemperaturen und reduzieren so die erforderlichen Leistungen bei spontanem Heiz- oder Kühlbedarf. Aus diesem dämpfenden Effekt massiver Speichermasse resultiert eine geringere maximale Heiz- beziehungsweise Kühllast, die erforderlich ist um die gewünschte Raumlufttemperatur einhalten zu können. Bei den Massivbauvarianten reicht eine um durchschnittlich 4% (im besten Fall 15%) niedrigere Heizleistung und 8% (im besten Fall 11%) niedrigere Kühlleistung gegenüber der Leichtbauvariante aus, um den Heiz- und Kühlbedarf im gleichen Ausmaß zu decken. Besonders in Varianten mit nach Süden ausgerichteten Fensterflächen können so die solaren Gewinne im Winter über einen längeren Zeitraum gespeichert werden und reduzieren so den Heizenergiebedarf.
Neben dieser Dämpfung kurzfristiger Temperaturänderungen der Raumluft trägt das verzögernde thermische Verhalten massiver Elemente zur Verbesserung des thermischen Benutzerkomforts im Raum bei. Dies ist anhand der Tagesprofile der operativen Raumtemperatur (Komfortparameter) gegenüber der Raumlufttemperatur ersichtlich.

